AAN in Media

Warlords in Afghanistan: Ghani und die starken Männer


Neue Zürcher Zeitung, 14 May 2017

After Hekmatyar’s return to Afghanistan, Switzerland’s most prominent newspaper looks at the influence of warlords in Afghanistan, extensively quoting AAN’s Thomas Ruttig directly and indirectly:

Nach dem Sturz der Taliban 2001, bei dem die amerikanische Luftwaffe die Bodentruppen der Nordallianz unterstützte, wurden viele dieser regionalen Machtträger trotz ihrer oftmals sehr gewaltsamen Vergangenheit in die Regierung des damaligen Präsidenten Hamid Karzai eingebunden. Dies habe in der Tradition des für Afghanistan typischen, paradoxen Staatsaufbaus gestanden, erklärt Thomas Ruttig, ein Mitbegründer der Denkfabrik Afghanistan Analysts Network. Das Land sei seit je zentralistisch verfasst, funktioniere aber nur bei grosser Autonomie für lokale Eliten.

Ihr Einfluss ist seit 2001 etwas zurückgegangen, dennoch haben sich bis heute mehrere Warlords halten können, besonders wenn sie in ihrer Region weiterhin über grossen Einfluss verfügen und so bei Wahlen Stimmen sichern können. Weder Präsident Ghani noch sein Vorgänger Karzai verfügen über eine grosse Hausmacht. Der Usbekenführer Dostom ist sogar Vizepräsident (…). Solange Dostom bei Präsidentschaftswahlen die usbekischen Stimmen garantiert, werden Präsidentschaftsbewerber ihm die Zusammenarbeit anbieten.

about Hekmatyar:

Zudem sei er nie bereit gewesen, nur Mehrheitsbeschaffer zu sein, sagt der Afghanistan-Kenner Ruttig. Hekmatyar wolle selber die Macht übernehmen. Gelinge es ihm, seine Partei zu einen, werde er zu einem wichtigen Machtfaktor.

Die Hoffnung, dass die Eingliederung Hekmatyars ein Signal an gemässigte Taliban aussende, das Gespräch mit Kabul zu suchen, ist nach Ansicht Ruttigs irrig. Zwar gebe es zwischen den Taliban und Hekmatyars Partei ideologische Überschneidungen. Doch habe dessen Rückkehr nach Kabul die Gegensätze vertieft. Tatsächlich bezeichnen die Taliban Hekmatyar heute als Verräter am Jihad.

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