Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Wenn Wählen lebensgefährlich ist

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Neue Zürcher Zeitung, 3 April 2014

The largest Swiss daily, in a reportage from Kandahar, quotes AAN's Martine van Bijlert (from Kabul) as "assuming" that those (in Kandahar) who have profit from the international interventionwill vote for the status quo, i.e. Zalmai Rassul, and the others for Ashraf Ghani". … She also predicts that there is no reason to believe that, as in 2009, the turn-out in Kandahar will be extremely low and explains how block voting is working:

«Jene, die profitiert haben, dürften bei den Wahlen für den Status quo, das heisst für Zalmai Rassoul, stimmen. Die anderen werden wohl Ashraf Ghani wählen», vermutet Martine van Bijlert vom Afghanistan Analysts Network, einem Think-Tank in Kabul. … Bei der Präsidentenwahl 2009 sei die Beteiligung in unsicheren Provinzen wie Kandahar extrem niedrig gewesen und es gebe keinen Grund zur Annahme, dass es diesmal anders sein werde, meint auch die Afghanistan-Expertin van Bijlert. Die schwache Beteiligung im Süden hatte beim letzten Mal Wahlbetrug im grossen Stil ermöglicht, und in der Provinz Kandahar haben viele den Glauben an das demokratische System verloren. …

Patronage-Politik spiele in der traditionellen afghanischen Gesellschaft noch immer eine wichtigere Rolle als Kandidaten oder gar politische Programme, sagt Martine van Bijlert. Stammesführer versuchten, mit einem aussichtsreichen Kandidaten einen Deal für sich und ihre Anhänger auszuhandeln, und stimmten dann en bloc für diesen. In ländlichen Gebieten werde meist nicht individuell, sondern auf Anweisung der Ältesten gewählt. Zum Teil würden die Wähler instruiert, wen sie wählen sollten. Zum Teil würden die Wählerausweise auch von den starken Männern der Region eingezogen und an bestimmte Kandidaten verkauft.

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Elections patronage voting patterns