dpa/Generalanzeiger, 8 August 2021
Der Verlust kleinerer Provinzhauptstädte sei „für die Regierung ein enormer Prestigeverlust, aber noch zu verschmerzen“, meint der Afghanistan-Experte Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network. Der Fall von Kundus hingegen „wiegt schwerer“. Er könnte den Weg in die Hauptstadt öffnen, nach Kabul.
Man müsse allerdings die Frage stellen, ob die Taliban von Kundus überhaupt auf Kabul marschieren wollten oder müssten. Südlich der Hauptstadt kontrollieren sie schon seit langem die Provinzen Wardak und Logar gleich hinter dem Stadtrand. Sie könnten aber auf den Kollaps der Regierungstruppen spekulieren, die in den gefallenen Städten kaum Gegenwehr geleistet hätten, sagt Ruttig.
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This article was last updated on 9 Aug 2021