Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Neue “Territorialarmee” gegen Taliban

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Deutsche Welle, 27 April 2018

The official German international radio quotes AAN’s Thomas Ruttig in this article about the next generation of Afghan quasi-militias:

“Die “Afghan National Army Territorial Force’ soll Gebiete halten, aus denen die afghanische Armee die Taliban oder den IS vertreibt, weil die Armee bisher oft nicht in der Lage war, diese zu halten”, erklärt Thomas Ruttig, Afghanistan-Experte und Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network.  Ob die neue Miliz das kann, müsse sich erst herausstellen, so Ruttig gegenüber der DW. (…)

Thomas Ruttig sieht die Zukunft der neuen Milizen kritisch. “Die Erfahrung mit der ALP ist, dass sie oft unregelmäßig bezahlt wird, auch sonst nicht verlässlich ist und in vielen Fällen die örtliche Bevölkerung drangsaliert, und dadurch oft den Taliban die Tür öffnet”, so Ruttig. (…)

Nicht immer seien die bestehenden ALP-Einheiten problematisch, wendet Thomas Ruttig ein.  Einige würden gut funktionieren, und an eben diesen orientiere man sich, nicht an den aus dem Ruder gelaufenen. „Aber letztere sind natürlich das Problem, auch weil sie sich oft nicht wieder auflösen, selbst wenn die Bezahlung eingestellt wird”, so Ruttig. Insgesamt aber stelle die Proliferation aller möglichen Milizen ein enormes Konfliktpotenzial für die Zukunft Afghanistans dar, da dadurch die afghanische Gesellschaft weiter militarisiert werde. Man könne nicht voraussehen, wohin ihre Loyalitäten in der Zukunft gehen werden. Thomas Ruttig fasst zusammen: „Dieses von Westen durchgesetzte Konzept ist also bestenfalls in manchen Fällen eine Kurzzeitlösung, aber langfristig sehr problematisch”.