Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Neue Hochburg für den IS?

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Der Tagesspiegel, 31 October 2016

Article quotes extensively from AAN’s recent dispatch on the latest Ashura attack and the presence of ISKP cells in Kabul:

Ein weiteres Signal für den Aufstieg des IS in Afghanistan aus seiner Sicht: Immer öfter werde über Kämpfe zwischen Taliban und IS-Gruppen berichtet: „Die Taliban fühlen sich eindeutig vom IS bedroht.“ Das „Afghanistan Analysts Network“ (AAN), ein Zusammenschluss unabhängiger Fachleute, hat die Ausbreitung der Dschihadisten am Hindukusch jetzt ausführlich dokumentiert. Demnach hat der IS-Ableger allein in Kabul innerhalb eines Jahres mehr als ein Dutzend Terror-Anschläge für sich reklamiert. Die meisten ereigneten sich seit dem Frühsommer dieses Jahres. Mindestens die Hälfte der Selbstbezichtigungen hält AAN-Experte Borhan Osman für glaubwürdig. Darunter auch den Angriff auf einen von schiitischen Schrein in Kabul, bei dem am 11. Oktober bis zu 20 Menschen starben, und den Selbstmordanschlag auf einen Minibus mit Wachleuten der kanadischen Botschaft, bei dem mindestens 14 Soldaten eines nepalesischen Wachregiments getötet wurden.

Die Tatsache, dass der IS immer wieder mitten in der gut gesicherten afghanischen Hauptstadt zuschlagen kann, zeigt nach Einschätzung Osmans, „dass die Gruppe in Kabul über eine Basis verfügt, die das Aufbaustadium bereits hinter sich gelassen hat“. Der IS sei offenbar logistisch gut aufgestellt und verfüge auch über Planungs- und Aufklärungsfähigkeiten. Außerdem habe er ganz offensichtlich eine größere Zahl erfahrener Kämpfer für sich gewinnen können. Osman hat mindestens drei IS-Terror-Zellen in verschiedenen Stadtteilen Kabuls ausgemacht, die wachsenden Zulauf durch junge Männer haben.

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Eine neue Konflikt-Linie würde den ohnehin labilen Aussöhnungsprozess im Land womöglich endgültig zum Scheitern bringen. Die Verbreitung religiösen Hasses könne den afghanischen Konflikt neu anheizen und ihm eine unvorhersehbare Wendung geben, warnt AAN-Experte Osman in einer Analyse. „Politische Konflikte sind wesentlich einfacher zu lösen als religiöse“, schreibt er.