Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Frauenrechte in Afghanistan: Anlass zur Hoffnung

< 1 min

Qantara.de, 10 November 2014

The German website specialised on the Middle East draws a balance on women’s rights in Afghanistan after the 2001 international intervention and quotes extensively from papers written by AAN co-director Sari Kouvo:

“Die Strafverfolgungsbehörden griffen häufig zum Instrument der Schlichtung, anstatt die vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten zum Schutz der Frauen auszuschöpfen, sagen Kritiker wie Sari Kuovo [sic] vom Afghanistan Analysts Network. “Die Täter erhalten die Gerechtigkeit, die sie selbst für richtig halten, vorausgesetzt, sie haben die richtigen Beziehungen und Telefonnummern.” Die Expertin spricht von einer “korrupten und von der Politik abhängigen Justiz”.

[,,,] Obwohl sich der Westen beim Sturz der Taliban auch die Frauenrechte auf die Fahnen geschrieben habe, bleibe Afghanistan eine patriarchalische Gesellschaft, konstatiert Sari Kuovo. “Die Entscheidungen über das Leben der Frauen hängt weitgehend vom Willen der Väter und Ehemänner ab”, so Kuovo.

[…] “Es gibt starke Befürchtungen, dass die Fortschritte der vergangenen Jahre in punkto Gesetzgebung und politischer Teilhabe zunichte gemacht werden könnten”, sagt Sari Kuovo. Befürchtungen, die durch den Truppenabzug der NATO und die damit verbundenen Unwägbarkeiten noch verstärkt werden. Denn unklar ist, ob die NATO wie geplant mit einer verkleinerten Einsatz- und Ausbildungstruppe im Lande bleiben kann, wie es mit der Entwicklungshilfe weitergeht, ob die Taliban ihre Angriffe gegen die Regierung des Karsai-Nachfolgers intensivieren werden. Ebenso unklar ist, welchen Stellenwert der neue Präsident und seine Regierung den Frauenrechten einräumen werden.

Hier sieht Sari Kuovo die Internationale Gemeinschaft weiterhin in der Pflicht. Sie müsse Druck auf die neue Regierung in Kabul ausüben, wann immer diese Anstalten mache, Menschenrechte und internationale Verpflichtungen zu missachten. Dafür sei die Mitarbeit und Aufmerksamkeit unabhängiger zivilgesellschaftlicher Organisationen in Afghanistan unerlässlich.