Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Der neue Taliban-Chef steht vor einer Revolte

2 min

Die Welt, 31 July 2015

The German conservative daily, in an article looking at the death of Mullah Omar, carries longer quotes from AAN’s Thomas Ruttig. Here the gist of them:

The differences in the post-Mullah Omar Taleban leadership are not only about whether but under which auspices possible peace talks should be held – under direct Pakistani control or with more independence from it. The latter position has been taken by the new but challenged leader Mullah Mansur.

Here the German original:

“Innerhalb der Taliban gibt es eine Auseinandersetzung über den Rahmen, in dem die Gespräche stattfinden sollen”, sagt der Afghanistan-Experte Thomas Ruttig, Ko-Direktor des Thinktanks Afghanistan Analysts Network in Kabul. “Die Gruppe um Mullah Mansur besteht auf Autonomie von Pakistan und will Gespräche unter der Regie des Taliban-Büros, die 2013 im Emirat Katar eröffnet wurde. Die andere hat schon an Vorgesprächen in Pakistan und China teilgenommen und wollte dort am Freitag Verhandlungen voranbringen. Offenbar versucht Pakistan über seine eigene Gesprächsschiene auch Einfluss darauf nehmen, wer die Taliban in Zukunft führt. Und Mansur ist nicht der pakistanische Wunschkandidat. Möglicherweise wollte seine Gruppe Fakten schaffen, indem sie ihn zum Nachfolger ausrief.” Aus den Meinungsverschiedenheiten in der Bewegung scheine sich eine Spaltung in Fraktionen zu entwickeln.

“Die Gegner Mansurs, die zu Gesprächen unter pakistanischer Regie bereit sind, kommen bemerkenswerterweise aus der gleichen Generation wie er und aus derselben Region, nämlich Kandahar”, sagt Ruttig. Zu den Dissidenten gehöre etwa Mullah Abdul Dschalil, der in der Taliban-Regierung bis 2001 stellvertretender Außenminister war, oder Mullah Mohammed Hassan, der damalige Gouverneur von Kandahar. Sie sind es auch, die an den Vorgesprächen In Pakistan teilgenommen haben und sie am Freitag fortführen wollten. Die Spannungen in der Führungsspitze scheinen sich also um eine strategische Grundfrage zu drehen. Wie nah man sich an den alten Partner Pakistan hält…