Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Afghanistan: Wie stark ist der IS?

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Deutschlandfunk, 30 November 2015

In this article on the German quality radio’s website scrutinising the strength of Daesh in Afghanistan, AAN’s Thomas Ruttig is quoted various times:

Thomas Ruttig, Mitbegründer des Afghanistan Analysts Network, einer Forschungseinrichtung, findet dagegen die Kabuler Regierung übertreibe das Risiko:

“Ich glaube die Bedrohung ist relativ begrenzt. Meines Erachtens gibt es nur drei bis fünf Provinzen, wo wirklich Gruppen aktiv sind und kämpfen, die sich IS angeschlossen haben. Aus bestimmten Gründen wird die Gefahr übertrieben. Präsident Ghani hat Afghanistan als Achse oder Standort dieser neuen Terrorismus-Gefahr Daesh dargestellt. Für mich aber sind nach wie vor die Taliban mit ganz großem Abstand die größte Gefahr für die Sicherheit in Afghanistan.” (…)

Thomas Ruttig dagegen geht von nur einigen Hundert IS-Kämpfern aus. Er sieht vor allem eine Instrumentalisierung der IS-Symbolik durch verschiedene Dschihadisten-Gruppen, die sich als IS ausgeben.

“Wichtig ist zu sehen, dass nicht nur Daesh schwarze Fahnen benutzt, sondern auch viele kleine Gruppen. Und viele vielleicht auch damit spielen, die Grenzen bewusst zu verwischen um den Leuten, gegen die sie kämpfen, mehr Angst einzujagen. Weil der Islamische Staat natürlich im Moment das größte Schreckenspotenzial.” (…)

Im Westen wird gar gemutmaßt, der IS und die Taliban könnten zusammengehen, wie einst das Bündnis aus Al Qaida und Taliban, dass letztlich zum Krieg am Hindukusch geführt hat. Thomas Ruttig winkt ab:

“Das glaube ich nicht. Die Taliban sehen Afghanistan als ihre eigene Arena an und wollen da keine anderen Akteure drin haben. Zweitens behauptet ja Daesh der IS und ihr Führer Al Bagdadi, dass sie alle Muslime in der Welt repräsentieren. Das sehen die Taliban anders. Für mich sind die Taliban National-Islamisten, im Gegensatz zu den internationalistischen Islamisten, die man halt bei Al Qaida und dem IS also Daesh hat.”