Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Afghanistan: USA im Rückwärtsgang

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Telepolis, 22 December 2018

This compilation of a year-end analysis of Afghanistan by the German news website used a number of quotes from AAN’s Thomas Ruttig and his analysis on his German website Afghanistan Zhaghdablai (all in German):

Soweit geht die in vielerlei Beziehung präzisere und auf die afghanische Wirklichkeit bezogene Analyse des deutschen Afghanistankenners Thomas Ruttig nicht, von dem das eingangs erwähnte Champagnerkorken-Zitat stammt. Bei Ruttig kommt al-Qaida nur einmal vor – im Zusammenhang mit politischer Rhetorik.

Seine ausführliche Analyse der “semioffiziell” bestätigten Nachricht über einen von Trump im Alleingang angeordneten Truppenabzug hat ein Auge auf die afghanische Bevölkerung. Sie werde die US-Entscheidung ausbaden müssen, heißt es bei ihm. Auch Ruttig sieht grundsätzlich klare Vorteile bei den Taliban (auch: Taleban). Die Entscheidung Trumps könnte Dominoeffekte auslösen, die zur Schwächung der afghanischen Regierung führen und die Präsidentschaftswahl 2019 dem Risiko eines Chaos aussetzt.

Auch in seiner Einschätzung heißt es, dass selbst ein Teilabzug jetzt politisch-strategisch überhaupt nicht passe. Militärisch sei noch nicht bekannt, welche Einheiten wann abgezogen werden. Dies werde aber Folgen auch für Deutschland haben. Sein Eindruck sei, dass Trumps America first-Politik Aufgaben an Verbündete delegiert, zum Beispiel bei der Ausbildung von afghanischen Soldaten.

 

Anders als es der Sprecher des afghanischen Präsidenten nahelegt, bekräftigt Ruttigs Analyse die Auffassung, dass die afghanischen Sicherheitskräfte noch längere Zeit nicht in der Lage sein werden, ohne Unterstützung auszukommen. Nach Ruttigs Auffassung wird Afghanistan erneut fallengelassen.