Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Afghanistan: Mehr als die Hälfte lebt in Armut

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Deutschlandfunk Kultur, 26 September 2019

In this election primer, a rare look is taken at the socio-economic situation – and therefore at the failure of the current government (in German, also as audio). AAN’s Thomas Ruttig is quoted here – on corruption and ghost soldiers:

Ein Grund dafür scheint die Mannschaftsstärke der afghanischen Streitkräfte zu sein. Sie ist offenbar deutlich geringer als angenommen. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres sei die Zahl der Soldaten um zehn Prozent niedriger gewesen als im Vorjahreszeitraum, hieß es in einem SIGAR-Bericht. Das entspreche rund 42.000 Soldaten. Die Differenz sei zustandegekommen, weil jetzt genauer nachgezählt werde, um die sogenannten Geistersoldaten, Ghost Soldiers, zu erfassen und aus dem Bestand zu streichen. Solche Karteileichen gebe es auch in anderen Bereichen, nicht nur bei den Streitkräften und der Polizei, sagt Thomas Ruttig, vom Afghanistan Analysts Network. Dies sei eine weit verbreitete Form der Korruption:

„Das funktioniert so, dass Soldaten in den Soldlisten bestimmter Einheiten namentlich aufgeführt und nach oben gemeldet werden, obwohl sie gar nicht existieren. Wenn dann die Gehälter überwiesen werden, unterschlagen die Vorgesetzten dieses Geld. Das wird auch dadurch erleichtert, dass es eine große Fluktuation gibt, dass manchmal Leute noch vor kurzer Zeit auf der Soldliste standen und deren Ausscheiden nicht gemeldet wird. Da gibt es viele Möglichkeiten der Manipulation.“