Afghanistan Analysts Network – English

AAN in the Media

Afghanistan: Ein langer Weg

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Wiener Zeitung, 14 August 2015

Extensive quotes of AAN’s Thomas Ruttig and another AAN dispatch in this article in the Vienna daily on the Taleban attack wave in Kabul and the leadership after Mullah Omar’s death:

“Vom Dschihad zu sprechen verbindet, es stärkt den Kampfgeist. Mansour würde schwach wirken, wenn er zu Verhandlungen aufruft und ein Auseinanderbrechen der Bewegung riskiert”, heißt es in einer Analyse des “Afghanistan Analysts Network”.

Für den afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani stellt die neue Angriffswelle ein gravierendes Problem dar. Er hatte sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, um die Friedensgespräche in Gang zu bringen. Er will einen schnellen Erfolg und hat sich dafür dem Erbfeind der Afghanen, Pakistan, sehr stark angenähert. Dies geschah zum Missfallen der Bevölkerung, sagt Thomas Ruttig, Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network, zur “Wiener Zeitung”. Ghani musste dafür viel Kritik einstecken, da Pakistan keinen guten Ruf in der afghanischen Öffentlichkeit hat. “Islamabad hat ja jahrzehntelang die Taliban unterstützt – auch bei solchen Terrorangriffen wie dieser Tage – und tut das wahrscheinlich immer noch.”

(…) Die Taliban wurden unter großem Druck der Pakistanis an den Verhandlungstisch gebracht. Islamabad hat den afghanischen Taliban in Pakistan im Frühjahr gedroht, am Friedensprozess teilzunehmen “oder den Konsequenzen in die Augen zu sehen”, heißt es. Gleichzeitig habe man den Taliban versprochen, die Gespräche in Murree geheim zu halten, sagt Ruttig. Islamabad, das aber nach einer öffentlichen Bestätigung dürstete, nun konstruktiv mit Afghanistan zu arbeiten, machte das Treffen publik. “Dadurch hat man die Taliban vorgeführt und verärgert”, sagt Ruttig. Kabul müsse auch lernen, die Taliban als eigenständigen Akteur zu behandeln, nicht als Marionette Pakistans. (…) “Es wird einen längerfristigen Ansatz brauchen, die Taliban von der Notwendigkeit von Gesprächen zu überzeugen”, sagt Ruttig. Leidtragender wird indes weiter die Zivilbevölkerung sein. [last sentence also mine…]